Tagebuch 2005
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Tagebuch 2005


26. Januar Zwischen McDonalds und Minarett - Der Islam in Deutschland

Auf Einladung des Initiativkreises 8. Mai Langenau kam der türkischstämmige Autor und Islamwissenschaftler Nevfel Cumart zu einem Vortrag und Gespräch am 26. Januar um 20 Uhr ins Helferhaus Langenau.

Im ersten Teil des Vortrags stand die Lebenssituation der Muslime in Deutschland im Vordergrund. Seit über 40 Jahren leben Muslime hierzulande, überwiegend in den Familien der Gastarbeiter. Welches Islam-Bild herrscht in Deutschland vor? Wie lebt es sich als Muslim im tagtäglichen Spannungsfeld der Fremde? Wie findet sich die junge Generation der hier aufgewachsenen Muslime zurecht? Welchen Stellenwert hat der Begriff der Ehre in islamischen Familien und welchen Einfluß auf das Leben der muslimischen Frau? Was hat es mit dem Kopftuch der muslimischen Frau auf sich?

Im zweiten Teil widmet sich der Vortrag dem organisierten Islam in der Bundesrepublik. Hierbei wird insbesondere der türkische Bevölkerungsanteil als die größte muslimische Gruppe betrachtet. Mittlerweile gibt es über 1700 Moscheegemeinden und türkisch-islamische Vereine. Die meisten dieser Kultur- bzw. Moscheevereine haben sich einem der großen Dachverbände angeschlossen. Diese Verbände und Dachorganisationen wird Nevfel Cumart in kurzen Zügen darstellen und ihre tendenzielle Ausrichtung aufzeigen.

Nevfel Cumart, geboren 1964, studierte Turkologie, Arabistik und Islamwissenschaft und arbeitet seit 1993 als freiberuflicher Schriftsteller, Referent, Übersetzer und Journalist.

Er veröffentlichte vierzehn Gedichtbände und eine Sammlung mit Erzählungen. Für sein literarisches Werk erhielt er diverse Literaturpreise, darunter auch die Literatur-Förderpreise von Rheinland-Pfalz und Bayern. Cumart hält seit vielen Jahren Vorträge über die Türkei, die Situation der Ausländer in Deutschland sowie über die Religion des Islam.

 


Am Montag, 28.Februar 2005

sprach der Friedensforscher Peter Barth im Pfleghofsaal über die neuen Kriegsgefahren.

  Neben zwischenstaatlichen oder regionalen Konflikten haben sich neue Konfliktherde und -formen herausgebildet: entgrenzte Konflikte, Terrorismus.

Auseinandersetzungen um wichtige Ressourcen wie Öl oder Wasser, Cyber War, ethnische und religiöse Konflikte. Die Zunahme solcher Krisen stellt die internationale Politik vor schwierige Fragen: Wie angemessen reagieren und vorbeugen? Wie muss Europas Außen- und Sicherheitspolitik aussehen, damit die europäische Haltung zu internationalen Fragen mehr Gewicht erhält? Wie international für mehr Gerechtigkeit und Ausgleich sorgen?

   


 Am Montag, 7. März 2005,

informierte im Nebenzimmer des Café am Marktplatz Dr. Wolfgang Menzel im Rahmen des Philosophischen Stammtisches über die neue Militärstrategie der Bundeswehr (Die neuen Kriege und die Bundeswehr):

Weitgehend ohne größere öffentliche Diskussion hat sich die Bundeswehr von einer Verteidigungsarmee zu einer offensiven Armee gewandelt, die heute weltweit an 10 Konfliktherden im Einsatz ist.

Dr. Wolfgang Menzel ist Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG-VK). Er beleuchtet diese Entwicklung im Rahmen des philosophischen Stammtisches des Initiativkreises 8. Mai. Zugleich wurde über Alternativen zur militärischen Konfliktlösung nachgedacht. 



Vom 28. März bis 1. April fand unsere Studienreise nach Erfurt statt.


Am 18.April.2005 fand das Nachtreffen von Erfurt im Helferhaus statt.

Wir haben uns Evas und Rolands Fotos und Walters Film an angeschaut.



Am Freitag, 6. Mai, 20:00 Uhr

fand im Evangelischen Gemeindehaus anlässlich des 60. Jahrestages des Kriegsendes eine Gedenkveranstaltung statt, bei der ein Redner des Initiativkreises 8.Mai sowie Bürgermeister Mangold und die Zeitzeugin Frau Rau gesprochen haben. Im Mittelpunkt des Abends stand das Theaterstück ,Das verletzte Leben' der Theatergruppe aus Orbassanobei Turin.



Am Sonntag 8. Mai, 10:00 Uhr

fand in der Martinskirche ein Gedenkgottesdienst statt. Zwei Mitglieder des Initiativkreises 8.Mai wirken an den Vorbereitungen mit.

Hier das Interview mit den Zeitzeugen Frau Rau und Herrn Junginger aus dem ökumenischen Gottesdienst "6o Jahre Kriegsende"



Am Montag, 19. September, 20:00 Uhr

Café am Marktplatz, im Nebenzimmer fand der Philosophischer Stammtisch statt:
"Als Protestant in Rom"

 

 

Pfarrer Hans-Ulrich Agster berichtete, erzählte und diskutierte über seine Eindrücke vom Zentrum der katholischen Kirche und von den Begegnungen mit Christen aus aller Welt.



Am Montag, 3. Oktober

sind wir "Auf den Spuren von Georg Elser" mit Manfred Maier gegangen.

Es war eine Rundfahrt mit PKWs mit Halt in Heidenheim, Schnaitheim und der Gedenkstätte Königsbronn und abschließendem Abendessen im Gasthof Rössle, Königsbronn.


Am 8. November 1939 versuchte der Schreiner Georg Elser, Hitler durch ein Attentat im Münchner Bürgerbräukeller zu töten und so die Ausweitung des am 1. September 1939 von Deutschland begonnenen Krieges zu verhindern. Der 1903 im württembergischen Hermaringen geborene Elser wuchs in Königsbronn auf und wohnte zuletzt in Heidenheim. Bereits im Herbst 1938 nach dem Münchner Abkommen fasste er den Entschluss, ein Attentat auf den Diktator vorzubereiten. In 30 bis 35 Nächten meißelte er in eine tragende Säule hinter Hitlers Rednerpult einen Hohlraum und installierte darin einen selbstgebauten Sprengsatz. Was lange umstritten war, gilt heute als gesichert: Elser war aufgrund seiner fachlichen Qualifikation ein Einzeltäter ohne Hintermänner und ohne Verbindung zu einem Widerstandskreis.

Beim Fluchtversuch über die Schweizer Grenze wurde er in Konstanz gefasst. Trotz seines Geständnisses wurde er nicht sofort hingerichtet, sondern blieb bis kurz vor der Kapitulation ,Sonderhäftling' in verschiedenen Konzentrationslagern. Am 9. April 1945 wurde er im KZ Dachau ermordet.



Am Mittwoch, 19. Oktober

fand unsere Offene Mitgliederversammlung statt.

Leider nahmen bei der Mitgliederversammlung am 19. Oktober nur 5 Personen teil. 5 Mitglieder waren entschuldigt. Es wurde deshalb angeregt, in Zukunft wieder schriftlich einzuladen, da die Ankündigungen in der Presse leicht überlesen werden.

Neben einer kurzen Aussprache über die Folgen der Bundestagswahl stand die Planung von Veranstaltungen und Aktivitäten im Mittelpunkt So ist für Montag, 28. November die Vorführung des Filmes neue Wut geplant, bei der auch Regisseur Martin Kessler anwesend ist. Im Mittelpunkt des Filmes stehen Menschen, die von Sozial- und Lohnkürzungen betroffen sind und sich dagegen zur Wehr setzen: die Arbeitslose Barbara Willmann, der Opel-Arbeiter Paul Fröhlich, der Attac-Aktivist Pedram Shayar und Andreas Ehrhold, der Initiator der Montagsdemo gegen Hartz IV. Martin Kessler und sein Team haben von Herbst 2003 bis Frühjahr 2005 diese und andere Menschen begleitet, um zu zeigen, woher ihre Wut kommt. Sie versuchten zu ergründen, ob daraus eine neue soziale Bewegung entstehen könnte.

Am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) würde der Initiativkreis gerne gemeinsam mit den Kirchen und anderen interessierten Gruppen eine liturgische Nacht durchführen, in der zu unterschiedlichen Aspekten dieses in Langenau seit einigen Jahren begangenen Aktionstages für Toleranz und Menschlichkeit Stellung bezogen werden kann.

Als ein außergewöhnliches Projekt stellte Wilmar Jakober ein gemeinsames deutsch-italienisches Theaterprojekt vor, wonach je eine Gruppe von ca. 12 Schülern aus Langenau und Orbassano/ bei Turin bis April / Mai 2006 ein gemeinsames Theaterstück entwickeln, in dem Beziehungen zwischen dem Leben zur Zeit der Nazidiktatur und den Lebensbedingungen Jugendlicher heute hergestellt werden. Die Anwesenden unterstützten dieses Vorhaben mit der Maßgabe, dass für die Finanzierung noch Unterstützer gewonnen werden müssen.

Keine Entscheidung wollten die Anwesenden treffen, ob es in der Woche nach Ostern wieder eine poltisch-historische Studienfahrt geben wird.



 

Am Montag, 28. November, 19.30 Uhr

Im Pfleghofsaal in Langenau fand - leider ohne den Regisseur Martin Keßler, der krank war - die Filmvorführung und anschließende Diskussion statt.

Vereinzelter Protest oder neue soziale Bewegung?
Dokumentarfilm von Martin Keßler (90 Minuten)

Der Film:
Ob Montagsdemonstrationen gegen Hartz IV, Opelstreik oder der Aufstand der Studenten. Seit Herbst 2003 erlebt Deutschland immer neue Wellen sozialer Proteste. Der Dokumentarfilmer Martin Keßler und sein Team haben die verschiedenen Protestwellen mit ihrer Videokamera begleitet. Daraus entsteht zur Zeit der Dokumentarfilm "neueWUT" (90min).

Im Mittelpunkt des Films stehen Menschen, die von sozialen Kürzungen oder Lohneinbußen betroffen sind oder seit Jahren keine Arbeit mehr finden und sich wehren. Auf der Strasse und vor den Werkstoren. Martin Keßler und sein Team haben einige von ihnen über ein Jahr lang begleitet. Um zu zeigen, warum sie aufbegehren, wohin sie ihre Wut treibt und ob aus all dem eine neue soziale Bewegung entsteht. Aus Arbeitslosen und Automobilarbeitern, aus Globalisierungskritikern und Gewerkschaftern, aus "Ossis" und "Wessis".

 

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