Gedenktag 27.Januar
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Gedenktag 27.Januar


 

                    

 

Programmfolge

Gruppe Magadaro: douce ambiance Manfred Gaida  (Gitarre), Linda Hadry,(Klarinette) Ulrich Eckhardt (Kontrabass), Daniel Rosch (Gitarre)

Begrüßung: Wilmar Jakober, Initiativkreis 8. Mai

Filmausschnitt mit Esther Bejarano, Überlebende von Auschwitz

Grußwort: Beigeordneter der Stadt, Christoph Schreijäg

Wolfgang Faul , Naturfreunde unter dem Nazi-Regime

Gruppe Magadaro: nuages

Norbert Haas, Thomas Geltiinger: „Die Versuche auf diesem Gebiet sind abgeschlossen“ - Zwangssterilisation im ‚Dritten Reich’

Konfirmanden, Texte von Dietrich Bonhoeffer

Gruppe Magadaro, for sephora

Szenische Lesung: ‚Unsere Wunden kann die Zeit nicht heilen“ - Den Opfern des „Nationalsozialistischen Untergrund’ das Wort geben

Schlusswort: Pfarrer Dr. Martin Hauff

Gruppe Magadaro, Dance norvegienne

„Wir gedenken heute der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Wir gedenken all der ermordeten Juden Europas, der Sinti und Roma, der kranken und behinderten Menschen, der Homosexuellen und all derer, denen ihr Recht auf Leben abgesprochen wurde, der Gequälten und Ermordeten.

Wir gedenken derer, die Widerstand leisteten, die ihr Leben als Andersdenkende verloren, weil sie sich nicht beugten und ihre politische Überzeugung, ihre Moral oder ihren Glauben nicht aufgaben.

Wir gedenken der Kriegsgefangenen und Deserteure, der ungezählten zivilen Opfer der national-sozialistischen Gewaltherrschaft in ganz Europa und wir gedenken ... auch der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.

Wir erinnern an unvorstellbare Menschheitsverbrechen, an Völkermord und daran, was Menschen anderen Menschen angetan haben. Wenn wir Gedenken ernst nehmen, so müssen wir jeder Zeit, jeder Generation zugestehen und zumuten, eigene Fragen zu stellen und ein jeweils eigenes Gedenken zu entwickeln – kein Vergessen, sondern Erinnern: stets neues Mitfühlen, Mitdenken.

Wer aber mitfühlen, mitdenken will, braucht Deutungen des Geschehens“, (Auszug aus der Rede von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2016) Esther Bejarano im Film ‚Mut zum Leben’ an der Gedenkstätte Hamburger Platz in Berlin: „Man kann sich das einfach nicht vorstellen. Von hier aus wollten sie uns alle umbringen. Da wussten sie (die Nazis) schon: Die kommen nach Auschwitz und dann sind wir sie los. Dass so was nie wieder passieren kann, darum mache ich ja die ganze Sache, dass ich das alles erzähle.“

Ich bin die Nacht und ihr dunkles Gesicht Ich bin der Tag und sein breites Licht Ich bin die Erde und ihr bauender Stein Ich bin ein Kristall und sein leuchtender Schein Ich bin das Wasser und seine schäumende Flut Ich bin das Leben und sein brausendes Blut Ich bin eine Blume und ihr köstlicher Duft Ich bin der Wind und seine zitternde Luft Ich bin jedes Tier und sein Laut und Gesang Ich bin der Sturm und sein dröhnender Klang Ich bin jedes Ding, eine Wolke, Gewitter und Meer Ich bin jeder Stern im nächtlich funkelnden Heer Ich bin auch die Sonne und ihr leuchtender Strahl Und doch nur ein Stäubchen im Weltenall.

Dieses Gedicht stammt von Franz Olbert aus Brünn, der unter dem Naziregime sein Leben für seine Naturfreunde-Gesinnung hingab. „Die Versuche auf diesem Gebiet sind abgeschlossen“ - Zwangssterilisation im ‚Dritten Reich’.

Im Dritten Reich wurde auf Grundlage des Erbgesundheitsgesetzes etwa 400 000 Menschen zwangssterilisiert, darunter viele Kinder. Ziel war die Reinhaltung der deutschen Rasse und die Ausmerzung von ‚lebensunwertem Leben‘. Wir beklagen zutiefst dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit und wollen an die Opfer und ihre Leiden erinnern. „Das Leid der Opfer und der Schmerz der Angehörigen müssen uns eine stete Mahnung sein. Wir dürfen niemals vergessen, was geschehen ist. Wir müssen verhindern, dass sich solche Taten jemals wiederholen. Wir müssen aufklären und vorbeugen. In Deutschland ist kein Platz für Rechtsextremismus, Rassismus und Hass. (Angela Merkel im Vorwort des Buches „Unsere Wunden kann die Zeit nicht heilen.“

Elf Jahre durften wir nicht einmal reinen Gewissens Opfer sein“, sagte Semiya Simsek, Tochter des ersten Mordopfers der NSU-Terrorgruppe bei der Gedenkveranstaltung der Bundesregierung für die Opfer des NSU. Gamze Kubasik, Tochter des in Dortmund getöteten Mehmet Kubasik sagte: „Ich will nicht ewig Opfer sein.“ Erinnert dieser Wunsch nicht an das Verhalten der Überlebenden des Holocaust, die ihren Kindern einLeben lang verschwiegen, dass sie Opfer der Nazi-Diktatur geworden waren.

Szenische Lesung                                                                          Gruppe Magadaro


 

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